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Kokosöl – Superfood oder Gift?

Kokosnuss Produkte findest du mittlerweile in überall Hülle und Fülle, doch woher kommt der Hype? Die Kokosnuss gilt dank der enthaltenen Nährstoffe, Vitaminen und Mineralien als Superfood. Das Kokoswasser steckt voller Mineralstoffe und sorgt für eine schnelle Hydration. Das weiße und fettreiche Fruchtfleisch ist ebenfalls reich an Vitaminen und Ballaststoffen, du kannst es problemlos roh verzehren. Das gerade in den letzten Jahren stark diskutierte Kokosöl wird ebenfalls aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss gewonnen.

Wahrscheinlich hat das Öl der Kokosnuss bereits seinen Weg in deine Küche gefunden. Das Kokosöl erlebt in fast allen Bereichen eine enorme Beliebtheit, von der sich die Konsumenten so einiges Versprechen. Kokosöl soll schlank machen, vor Krankheiten schützen und sogar bei äußerer Anwendung ein gesundes Hautbild und schöne Haare bescheren.

Wieso ist wird dann so stark diskutiert? Im Jahr 2018 sorgte eine Professorin mit einer Medienwirksamen Aussage für viel Aufsehen, als sie in einem Vortrag das Kokosöl als „reines Gift“ bezeichnete und dazu aufforderte, kein Geld mehr für das vermeintliche Superfood auszugeben. Ist an diesen Aussagen etwas dran? Wie gesund ist Kokosöl wirklich?

Kokosöl als natürliches Öl

Bevor wir nun auf diesen Kontroversen Vortrag und auf die in den Raum gestellten Behauptungen eingehen, sollten wir uns vorher mit der Geschichte und der Eigenschaft von Kokosöl auseinandersetzen.

Die Kokosnuss und das darin enthaltene Kokosöl sind für unzählige Südseevölker ein absolutes Grundnahrungsmittel. Eine reife Kokosnuss besteht zu fast 35 % aus natürlichem Kokosöl und kann nach dem öffnen der Kokosnuss leicht und „menschengerecht“ verzehrt werden. Das möglichst naturbelassene (native) Kokosöl wird entweder aus der Kokosmilch oder aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss gepresst und unbehandelt abgefüllt. Als naturbelassenes Produkt kann das Kokosöl fest, cremig oder auch flüssig sein, je Raumtemperatur.

Im Vergleich dazu, kannst du Rapsöl als alternative zu Kokosöl auf natürlichem Weg nicht so einfach zu dir nehmen. Ein Rapssamen ist im Gegensatz zu der Kokosnutz winzig und deutlich härter. Das heutige Rapsöl kann nur auf Grund von Monokulturellen Züchtung und industrialisierter Verarbeitung hergestellt und vertrieben werden.

Gesundheitsförderliche Wirkung von Kokosöl

Das Kokosöl ist für den Menschen eines der natürlichsten Öle, die wir in der Natur finden können. Das Öl, welches aus der Kokosnuss gewonnen wird, besitzt antioxidative Eigenschaften und dient dem menschlichen Stoffwechsel als verträgliche und schnell verwertbare Energiequelle.

Gleichzeitig beeinflusst das Kokosöl die Insulinresistenz, in dem es den Blutzuckerspiegel reguliert und eine stätige Energieversorgung gewährleistet. Getreide oder Zucker lassen den Blutzuckerspiegel dagegen in die Höhe schnellen. Außerdem kann dem Kokosöl eine antimikrobielle und entzündungshemmende Eigenschaft zugesagt werden, indem die Hülle der Viren und Bakterien zerstört wird.

Kokosöl kann beim Abnehmen helfen

Weil Kokosöl von dem menschlichen Stoffwechsel ohne großen Aufwand und sehr Zeitnahe verdaut und als Energielieferant genutzt werden kann, ist das Kokosöl eine gute Unterstützung in der Diät.

Die Fettsäuren der Kokosnuss werden vom Stoffwechsel als Energielieferant priorisiert, ohne dass das Kokosöl in deinem körpereigene Fettdepot eingelagert werden. Die in dem Kokosöl enthaltenen Fettsäuren bringen deinen Stoffwechsel auf Kurs und helfen dir dabei, bis zu 5 % mehr Kalorien pro Tag zu verbrennen. (1)

Ein weiterer Grund, warum das Kokosöl beim Abnehmen helfen kann ist die sättigende Wirkung von Ölen und Fetten. Das heißt dass du durch den Verzehr von zum Beispiel Kokosöl im weiteren Tagesverlauf weniger Appetit empfindest und somit auch weniger Kalorien zu dir nimmst. (2)

Kombinierst du das mit einer ausgewogenen Ernährung und mit zusätzlicher Bewegung, ermöglichst du deinem Körper lästige Fettdepots schnell abzubauen. Das reduzierte Körperfett senkt dann wiederum das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Trick 17: Kokosöl Kaffee

Ein wahres Wundermittel gegen Hungerattacken in einer Diät oder als Unterstützung bei einer ketogenen Ernährungsweise ist der sogenannte „Bulletproof-Coffee“.

Die Herstellung ist ziemlich easy. Du kochst dir einen schwarzen Kaffee und fügst einen Teelöffel Kokosöl und optional noch einen Teelöffel Butter hinzu. Das Ergebnis ist ein leckerer und cremiger Kaffee, der nicht nur sättigt, sondern auch länger wachhält. Die Fette führen dazu, dass das Koffein langsamer, aber dafür stetiger aufgenommen werden.

Dieser Wundertrunk hat mich bereits während der Studienzeit über so manches Hungerloch hinweggerettet!

Kokosöl zum braten

Darüber hinaus ist Kokosöl chemisch sehr stabil und hitzebeständig. Es hält Temperaturen von bis zu 200° C aus, weshalb es sich ideal zum Braten eignet. Viele herkömmliche Öle sind dagegen weniger hitzebeständig und werden beim Braten zerstört, wodurch ungesunder Transfette entstehen. Die Stabilität von Kokosöl verhindert die schnelle Bildung dieser Transfette.

Kokosöl wirkt antibakteriell

Das Kokosöl kann in der Tat viele Viren, Bakterien und Pilze bekämpfen. Das Kokosöl wird in unserem Körper unter anderem zu der Säure Monolaurin umgewandelt, die dann die Hülle einiger Viren auflösen und die Viruszelle zerstören kann. Insbesondere gegen Viren wie Herpes- oder Grippeviren, die von einer Lipidhülle umgeben sind, ist Kokosöl somit wirksam.

Aber auch bei äußerer Anwendung entfalten die Fettsäuren der Kokosnuss eine antibakterielle Wirkung.

Kokosöl als pures Gift?

Doch wie kommt man also zu der Behauptung, Kokosöl sei „pures Gift“? Die besagte Professorin bezeichnete Kokosöl sogar als „eines der schlimmsten Nahrungsmittel, die man zu sich nehmen kann“. Wie passt das zusammen?

Das Kokosöl und die gesättigten Fettsäuren

Das Öl, das aus der Kokosnuss gewonnen wird, besteht zum großen Teil aus gesättigten Fettsäuren. Und hier wird dann der Schuh draus, denn schon lange werden gesättigten Fettsäuren gesundheitsschädliche Wirkungen nachgesagt. Gesättigte Fettsäuren sollen die Cholesterinwerte ansteigen lassen, die wiederum einen Herzinfarkt und Schlaganfall herbeiführen können.

Tatsächlich konnte bislang nicht nachgewiesen werden, dass ein Zusammenhang zwischen gesättigten Fettsäuren und Herzerkrankungen besteht (wie diese Übersichtstudie aus 21 Studien beschreibt). Hinzu kommt das bei dieser Aussage das besondere Fettsäuren Profil der Kokosnuss außer Acht gelassen wurde. Das Profil der Kokosnuss besteht zu 90 % aus mittelkettigen Fettsäuren und unterscheidet sich zum Beispiel deutlich von dem Schweineschmalz Fettsäuren Profil.

MCT – medium-chain triglycerides

Die mittelkettigen Fettsäuren oder auch medium chain triglycerides (MCT), haben ihren Namen auf Grund der Länge ihrer Kohlenstoff Kette. Während langkettige Fettsäuren aus zum Beispiel 14-24 Kohlenstoffe Atome bestehen, sind es bei mittelkettigen Fettsäuren dagegen nur 8-12 Kohlenstoff Atome.

Die leichte Verfügbarkeit von Kokosöl beruht hauptsächlich auf der mittelkettigen Fettsäure Laurinsäure, die 50% des Kokosöls ausmacht. Die mittelkettigen Fettsäuren der Kokosnuss werden ohne Gallensäuren verdaut und gelangen daher direkt in die Leber. Die MCTs werden dann sehr schnell und einfach in der Leber in Ketone umgewandelt, die den Körper und das Geherin mit schnellverfügbarer Energie versorgen und den Blutzuckerspiegel konstant halten.

Auf Grund dieser schneller und einfachen Energiebereitstellung, werden die gewonnen Ketonen auch eher als Energielieferant genutzt und weniger als Einlagerung in die Fettdepots. Gerade für uns Sportler bieten sich MCTs daher hervorragend als schnelle Energiequelle, bei gleichzeitig anhaltender Fettverbrennung an.

HDL & LDL das gute und das böse Cholesterin

Es stimmt durchaus, dass gesättigte Fettsäuren das Cholesterin erhöhen können. So wie sich Fettsäuren unterscheiden können, muss man auch das Cholesterin differenzierter betrachten. Tatsächlich gibt es zum einen das „schlechte“ Cholesterin LDL, sowieso das „gute“ Cholesterin HDL. Kokosöl bzw. die darin enthaltene Laurinsäure erhöht glücklicherweise das gute Cholesterin. Somit kann dich das Kokosöl sogar vor Herzerkrankungen schützen! (3)

In den Teilen der Welt, in der die Bevölkerung größtenteils von Kokosnüssen und gesättigten Fettsäuren lebt, sind Herzerkrankungen erstaunlicherweise kaum existent! (4)

Kokosöl gehört zu einer ausgewogenen Ernährung

Natürlich konnten die Behauptung „Kokosöl ist pures Gift“, niemals Fuß fassen und wurden ziemlich schnell von Ernährungsexperten relativiert und widerlegt. So verwundert es auch nicht, dass der Vortrag schnell wieder gelöscht wurde, nachdem sich die Professorin zuvor für die Wortwahl entschuldigt hatte.

Den wie es halt im Leben immer ist, entscheidet das gesamte Konzept über den Erfolg einer guten Ernährung. Kokosöl gehört definitiv zu einer ausgewogenen Ernährung, genau wie auch andere Öle und Fettsäuren. Entscheidend ist die Balance.

Kokosöl kaufen – worauf solltest du achten

Wie bei jedem Lebensmittel, solltest du beim Kauf möglichst viel Wert auf eine möglichst hohe Qualität der Ware legen. Die Kokosnuss ist ein Naturprodukt und daher sollte das Kokosöl möglichst nativ, also naturbelassen und kalt gepresst sein. Chemisch gehärtetes Kokosöl oder Öl im Allgemeinen ist mineral- und nährstoffärmer.

Im Netz findest du einige gute Anbieter für native Kokosöle in Bio-Qualität. Ich persönlich konnte bisher sehr gute Erfahrungen mit dem Kokosöl von Dr. Goerg machen. Neben den hochwertigen Kokosprodukten in Bio-Qualität, setzt sich das Unternehmen auch für viele Hilfsprojekte ein und unterstützt die Kleinbauern und Gemeinschaften.

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